07 Nov 2017

Die Gleichstellungswerte ab dem 16. Einsatzmonat in den BZ-Tarifen der Verbände

Keine Kommentare Tarife, Verantwortung, Wissen

Im AÜG ist geregelt, dass die Verbandstarife auch ohne Verbandsmitgliedschaft von Zeitarbeitsfirmen in Bezug genommen werden können. Dazu ist es notwendig, dass auch die Informationen frei zugänglich sind und nicht als „closed shop“ nur für Verbandsmitglieder zur Verfügung stehen. Manchmal wird der Zugang zu diesen Informationen – wie auch andere Anwendungsinformationen zum neuen AÜG – als „Verbandsmehrwert“ verkauft, wohl wissend, dass praxisbezogene   Infos auch anderweitig zu beziehen sind.

Wir  bieten  eine Zusammenfassung der Gleichstellungswerte der einzelnen Branchen (ab dem 16. Einsatzmonat) und einen Zugang zu den neuen Texten der iGZ /BAP Branchenzuschlagstarife in unserer Infothek:

http://www.iq-z.de/?page_id=2945

Registrieren und informieren Sie sich kostenlos und ohne Mitgliedschaft!

31 Okt 2017

Schlechter Rat kann teuer werden

Keine Kommentare Beratung, wirtschaftlicher Erfolg

Die umfangreichen Änderungen des AÜGs sind seit dem 01.04.2017 umzusetzen. Die korrekte Form der Konkretisierung der Überlassung zu Beginn eines Auftrages wurde schon in diesem Jahr von der Aufsichtsbehörde (Bundesagentur für Arbeit) geprüft und hat dazu geführt, dass einigen Unternehmen trotz vermeintlich guter Beratung wegen massiver Verstöße gegen die offene Überlassung die Erlaubnis entzogen wurde.

Ab dem 01.01.2018 steht in vielen Bereichen die Gleichstellung an. Auch dann, wenn für Kundenbetriebe Branchenzuschlagstarife gelten aber in den ersten 6 Einsatzwochen (ab dem 01.04.2017) keine erste Annäherung an die Gleichstellung im Kundenbetrieb erfolgt ist.

Falsches Handling bei der Gleichstellung kann zu Bußgeldern bis zu 500.000 € und ggf. zum Entzug der Erlaubnis führen.

Unser Workshop „Sichere Umsetzung des neuen AÜGs“ hilft Ihnen, Risiken für Ihr Unternehmen zu vermeiden.

Zum Workshop

23 Okt 2017

Kompakter, praxisorientierter Leitfaden zum neuen AÜG

Keine Kommentare Beratung, Tarife, Wissen

46 erfolgreiche Seminare und Workshops hat die I.Q.Z zu den gesetzlichen Neuregelungen des AÜGs sowie den Tarifanpassungen bei den Branchenzuschlagstarifen veranstaltet. Die essentielle Zusammenfassung können Sie in der Infothek unserer Homepage finden (Praxisinfo 1). Registrieren Sie sich für die Infothek und sichern sich somit den Zugang zu aktuellen Informationen.

10 Okt 2017

Übersicht der Gleichstellung bei Branchenzuschlägen VGZ und TQZ

Keine Kommentare Beratung, Tarife

Branchenzuschläge verlängern die Einsatzzeiten und vereinfachen die Handhabung erheblich. Die Tarifgemeinschaft der Verbände BAP/iGZ mit dem Verhandlungsführer Thomas Bäumer und die  Tarifgemeinschaft TQZ mit dem Verhandlungsführer Norbert Fuhrmann haben die abgeschlossenen Branchenzuschlagstarife dem neuen AÜG angepasst.

Übersicht wann die ersten Gleichstellungstermine erreicht werden.

BZ Tarif für Branche BAP / iGZ ab tarifplus+ ab
M + E – Industrie 1. Januar 2018 1. April 2018
Holz + Kunststoffindustrie 1. Januar 2018 1. Juli 2018
Textil + Bekleidungsindustrie 1. Januar 2018 1. Juli 2018
Chemische Industrie 1. Juli 2018 1. Juli 2018
Kunststoffverarbeitungsindustrie 1. Juli 2018 1. Juli 2018
Kautschukindustrie 1. Juli 2018 1. Juli 2018
Kali und Salz 1. Juli 2018 1. Juli 2018
Papiererzeugung 1. Juli 2018 1. Januar 2018
Papierverarbeitung 1. Januar 2018 1. Januar 2018
Druckindustrie 1. Januar 2018 1. Januar 2018
KFZ-Handwerk Kein Tarifvertrag 1. Juli 2018
Metallbau-Handwerk Kein Tarifvertrag 1. Juli 2018
Gas / Wasser / Heizung Kein Tarifvertrag 1. Juli 2018
Tischlereien Kein Tarifvertrag 1. Juli 2018
Elektrohandwerk Kein Tarifvertrag 1. Juli 2018
Stahlnahe Dienstleistungen Kein Tarifvertrag 1. Juli 2018
04 Okt 2017

Tarifverhandlungen unter Zeitdruck sind selten erfolgreich

1 Kommentar Tarife, Verbände, wirtschaftlicher Erfolg

Auf den „letzten Drücker“ – kurz vor dem Auslaufen der Verträge – hat die Tarifgemeinschaft VGZ der Verbände BAP/iGZ noch Anpassung der Tarife an das neue AÜG erreicht.  Es war fast ein Jahr Zeit, um die Tarife über Branchenzuschläge (BZ) an das neue AÜG anzupassen.  Erfahrungsgemäß sind Verhandlungen unter Zeitdruck selten erfolgreich. Das zeigen einige erzielte Ergebnisse: 

Bei den BZ-Verträgen (z.B. M+E, Holz-Kunststoff, Textil und Bekleidung) wurde auf Druck der IG Metall die erstmalige Gleichstellung (ab 16. Einsatzmonat) auf den 01.01.2018 vorverlegt. Die Verhandler der Tarifgemeinschaft TQZ (tarifplus+)  agierten professionell und  ohne Zeitdruck. Ihr Ergebnis: Bei den BZ-Tarifen in der Holz/Kunststoff- und Textil- und Bekleidungs-industrie wurde die erstmalige Gleichstellung zum 01.07.2018 und in der M+E Industrie zum  01.04.2018 mit der IG Metall tariflich vereinbart.

 

28 Sep 2017

Stichtag 01.10.2017 in der Zeitarbeit

Keine Kommentare Tarife, Verbände

Am 30.09.2017 laufen alle Branchenzuschlagstarife der Verbände BAP und iGZ ohne Nachwirkung aus, wenn die zuständigen Tarifpartner noch keinen wirksamen Abschluss in Bezug Anpassung an das neue AÜG erzielt haben. Hintergrund sind die in der Vergangenheit getroffenen deckungsgleichen Vereinbarungen in den jeweiligen Tarifverträgen.

Zitat: „Ändern sich wesentliche gesetzliche Rahmenbedingungen der Zeitarbeit (insbesondere Regelungen zur Vergütung), nehmen die Tarifvertragsparteien unverzüglich Verhandlungen mit dem Ziel auf, eine mögliche Fortführung unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Änderungen zu prüfen und zu vereinbaren. Führen diese 6 Monate nach In-Kraft-Treten der gesetzlichen Änderungen nicht zu einer entsprechenden Regelung tritt dieser Tarifvertrag mit Ablauf der sechs Monate ohne Nachwirkung außer Kraft.

Da das neue AÜG am 01.04.2017 in Kraft getreten war, endet die 6 Monatsfrist am 30.09.2017. Ab dem 01.10.2017 gibt es in den Fällen ohne Anpassung an das neue AÜG keine wirksamen BZ-Tarife mehr.

Zwei Branchenzuschlagstarife (M+E und Chemie) der Verbände sind Stand Anfang September  – an das neue AÜG angepasst – in Kraft getreten, einer (Holz-Kunststoff) ist in der Schwebe, da ein Teil der Gewerkschaft dem Verhandlungsergebnis widersprochen hat.

Seit September 2016 war bekannt, dass das neue AÜG zum 01.04.2017 in Kraft tritt. Für die Anpassung der 12 BZ- Tarifverträge gab es den Zeitraum von 12 Monate, um den Zeitarbeitsfirmen rechts- und zukunftssicher die Rahmenbedingungen an die Hand zu geben. Kurz vor Ende der Frist wurden nun bei den Verbänden 8 weitere Tarifverträge abgeschlossen. Somit wurden 10 von 11 bestehenden dem neuen AÜG angepaßt.

Da für die Tarifgemeinschaft TQZ  Branchenzuschläge die Regelungen des neuen AÜGs  vereinfachen, wurden im Frühjahr 2017 6 weitere BZ-Tarifverträge abgeschlossen. Inzwischen wurden in 16 von 17 Branchen Zuschlagstarifverträgen im Tarifwerk tarifplus+  an das neue AÜG wirksam angepasst. Das bedeutet Planungssicherheit für die Anwender. 

25 Sep 2017

Jamaika und die Zeitarbeit

Keine Kommentare Politik, Zukunft

Das Bundestagswahlergebnis und die Weigerung der SPD, sich an einer zukünftigen Regierung zu beteiligen, bedeutet, dass eine Jamaika-Koalition im Bund  Wirklichkeit werden kann. Da lohnt sich ein Blick in die Wahlprogramme (Thema Zeitarbeit) der möglichen Koalitionspartner, um eine mögliche Schnittmenge herauszufinden.

Die CDU betont in ihrem Wahlprogramm, dass sie Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt für wichtig hält, jedoch der Meinung ist, dass befristete Arbeitsverhältnisse unbefristete nicht ersetzen dürfen. Die Neuregelungen in puncto Zeit- und Leiharbeit hätten bereits Verbesserungen für Arbeitnehmer erzielt. Offenkundige Missbräuche werde die CDU abstellen (Quelle: hr-Blog prosoft).

Die FDP will überflüssige Regelungen in der Zeitarbeit abbauen. Flexibilität sieht sie als wichtiges Instrument für Unternehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, z. B. indem Auftragsspitzen abgefangen und kurzfristig spezialisierte Fachkräfte gefunden werden. Zeitarbeitnehmern könnten vom Modell Zeitarbeit profitieren, etwa durch Einstiegschancen am Arbeitsmarkt. Missbrauch in der Leiharbeit sei in den vergangenen Jahren erfolgreich unterbunden worden. Die Große Koalition habe jedoch zu viel bürokratisiert: „Die unnötigen gesetzlichen Vorschriften zur Überlassungsdauer und Entlohnung führen zu Unsicherheiten und Aufwand. Das wollen wir ändern  (Quelle: hr-Blog prosoft).

Die Grünen fordern, dass Jobs ohne guten sachlichen Grund nicht befristet werden sollen. Leiharbeit soll laut Wahlprogramm ab dem ersten Tag gleich bezahlt werden. Außerdem soll es eine Flexibilitätsprämie geben  (Quelle: hr-Blog prosoft).

Die mögliche Schnittmenge:

Die Vorschriften zur Überlassungsdauer werden abgeschafft, keine Befristung von Arbeitsverträgen ohne sachlichen Grund, Equal Pay vom ersten Einsatztag an und offenkundige Missbräuche abstellen.

23 Sep 2017

Erfüllt das neue AÜG die EU Richtlinie zur Zeitarbeit?

1 Kommentar Rechtsprechung

Die EU-Richtlinie gibt in Artikel 5 (1) vor: „Die wesentlichen Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen der Leiharbeitnehmer entsprechen während der Dauer ihrer Überlassung an ein entleihendes Unternehmen mindestens denjenigen, die für sie gelten würden, wenn sie von jenem genannten Unternehmen unmittelbar für den gleichen Arbeitsplatz eingestellt worden wären.“

In Bezug auf die Ausnahmeregelung gibt die EU-Richtlinie im Artikel 5 (2) folgendes vor:

In Bezug auf das Arbeitsentgelt können die Mitgliedstaaten nach Anhörung der Sozialpartner die Möglichkeit vorsehen, dass vom Grundsatz des Absatzes 1 abgewichen wird, wenn Leiharbeitnehmer, die einen unbefristeten Vertrag mit dem Leiharbeitsunternehmen abgeschlossen haben, auch in der Zeit zwischen den Überlassungen bezahlt werden.“

Laut Richtlinientext sind also zwingend 3 Voraussetzungen zu erfüllen damit vom Grundsatz der Gleichstellung abgewichen werden kann:             

  • Der Arbeitsvertrag muss unbefristet sein.
  • „zwischen den Überlassungen “ heißt, dass mindestens zwei Überlassungen erfolgen müssen.
  • In der Zeit zwischen den Überlassungen muss der Zeitarbeitnehmer bezahlt werden.

Außerdem muss ein angemessenes Schutzniveau für den Zeitarbeitnehmer vorhanden sein.          

Befristete Arbeitsverträge oder eine Beschäftigung – veranlasst durch den Arbeitgeber – beschränkt auf eine Überlassung entsprechen nicht dem Richtlinientext.  Somit bleibt in diesen Fällen der Grundsatz der generellen Gleichstellung bestehen. Ausnahme bei Übernahme aus der ersten Überlassung oder wenn der Zeitarbeitnehmer seinerseits kündigt.

 

 

 

 

 

22 Sep 2017

Lohnunterschiede und Lohnangleichung in der Zeitarbeit

1 Kommentar Politik, Verantwortung, Wissen

In einigen Einsatzbereichen der Zeitarbeit sind die Lohnunterschiede zwischen dem vergleichbaren Stammbeschäftigten und dem Zeitarbeitnehmer groß. Hat die Zeitarbeit immer noch das Image des „Niedriglohnsektors“?

Wenn durch Vertreter der Branche in Vergleichen Äpfel mit Birnen verglichen werden, dann verfestigt sich dieser Eindruck. Ein solcher wurde vom Bundesvorsitzenden Christian Baumann in einem WDR 2 Interview vermittelt:

Sie müssen sich mal vorstellen, wie sich der Mitarbeiter fühlt, der seit 20 Jahren beschäftigt ist“, gab der iGZ-Bundesvorsitzende ein Beispiel. Wenn der neue Kollege aus dem Zeitarbeitsunternehmen auf einmal das Gleiche verdiene wie der Mitarbeiter, der diesen Job seit 20 Jahren mache, dann empfinde der das natürlich als hochgradig ungerecht“.

Wird hier dem Billiglohn durch ein falsches Beispiel Vorschub geleistet?

Fakt ist:

  • Die gesetzliche Entgeltgleichstellung geht immer vom vergleichbaren Stammbeschäftigten aus. Das ist dann ein neu eingestellter Stammarbeitnehmer.
  • In vielen Fällen gibt es schon tarifvertragliche Vereinbarungen zur Angleichung im Zeitverlauf eines Einsatzes. Werden diese eingehalten, verringern sich deutlich die Lohnunterschiede.
  • Zeitarbeit ist, wenn sie regelkonform betrieben wird, keine Billiglohnbranche mehr.
31 Aug 2017

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Vorerst kaum noch Rückgang der Arbeitslosigkeit

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Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im August zum dritten Mal in Folge gefallen. Gegenüber dem Vormonat gab der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) um 0,2 auf 103,6 Punkte nach. Die Arbeitslosigkeit wird in den kommenden Monaten kaum noch sinken.

Die Aussichten für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit haben sich seit dem Frühjahr abgeschwächt. Im August sank die Arbeitslosigkeitskomponente des IAB-Arbeits-marktbarometers gegenüber dem Vormonat um 0,3 auf 100,4 Punkte und liegt damit nur noch leicht im positiven Bereich. Dabei spielt eine wichtige Rolle, dass viele Flüchtlinge in den kommenden Monaten ihre Integrations- und Sprachkurse beenden und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden. „Angesichts der vielen Arbeitsmarkteintritte von Flüchtlingen wird die Arbeitslosigkeit zunächst nicht mehr wesentlich sinken. Danach kann der Trend aber weitergehen, der Arbeitsmarkt läuft grundsätzlich sehr gut“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“.

Dies zeige sich in den weiterhin exzellenten Perspektiven für die Beschäftigungs-entwicklung: Die Beschäftigungskomponente des IAB-Arbeitsmarkt-barometers verliert gegenüber dem Vormonat nur geringfügig und bleibt mit 106,8 Punkten auf dem seit längerem außerordentlich hohen Niveau. „Die Arbeitsagenturen sehen einen konstant hohen Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften“, so Weber. Im Hinblick auf Heraus-forderungen wie die Flüchtlingszuwanderung oder die problematischen Entwicklungen in der Automobilwirtschaft sei der Arbeitsmarkt sehr gut aufgestellt.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. (Quelle: IAB)